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Verantwortungsvolle Architektur. Die Vision von Stoermer Murphy and Partners

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Für das Hamburger Büro ist Nachhaltigkeit eine strategische Entscheidung. Immer mehr Kunden setzen auf Klimaziele und Transparenz. Architekten reagieren mit Flexibilität, Kreislaufwirtschaft und Materialien wie Keramik: langlebig, hygienisch und mit dekorativen Eigenschaften.

Stoermer Murphy and Partners ist ein Architekturbüro mit Sitz in Hamburg, bekannt für hochwertige Kultur-, Verwaltungs- und Hotelprojekte. Ursprünglich als Jan Störmer gegründet, ging das Büro eine Partnerschaft mit Will Alsop ein, bevor es 2009 den heutigen Namen annahm. Das Büro setzt sich für Nachhaltigkeit durch technische Innovation, exzellente Materialien und Handwerkskunst ein und verfolgt einen verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Ansatz in der Architektur.

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, welche Parameter leiten die Entwurfsentscheidungen?
Wir verfolgen von Anfang an einen Life-Cycle-Thinking-Ansatz und bewerten die Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Gemeinsam mit dem Kunden legen wir ein klares „CO₂-Budget“ fest, das sowohl das eingebrachte als auch das emittierte CO₂ berücksichtigt. Wir bevorzugen passive Strategien, wie die Ausrichtung des Gebäudes und natürliche Belüftung, und planen nach Nutzungsflexibilität und Materialkreislauf. Die zuverlässigsten Indikatoren sind: das eingebrachte CO₂, der EUI (Energieverbrauchsintensität), der Kreislaufindex wie der Materialpass (DPP), der Raumkomfort und die allgemeine Auswirkung auf das Ökosystem, beispielsweise die Intensität der Flächennutzung.

Haben Sie in den letzten Jahren eine Veränderung im Ansatz von Kunden und Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit festgestellt?
Ja, die Veränderung ist deutlich. Immer mehr Kunden, insbesondere öffentliche Auftraggeber und große private Entwickler, gehen über reine Gesetzeskonformität hinaus und setzen sich eigene Ziele, wie Klimaneutralität. Die Nachfrage nach Transparenz wächst: CO₂-Bewertungen, Materialpässe und Lebenszyklusanalysen werden immer häufiger gefordert. Allerdings wird nur dort tatsächlich investiert, wo der langfristige Wert erkannt wird. In Bereichen wie Hotellerie und Wohnungsbau wird Nachhaltigkeit Teil der Markenidentität und treibt den Einsatz langlebigerer Materialien und zirkulärer Strategien voran.

Wie wichtig ist die Materialauswahl in Ihrem Entwurfsprozess in Bezug auf Umweltauswirkung, Langlebigkeit, Demontage und Wohngesundheit?
Die Materialauswahl ist von Anfang an zentral, da sie Einfluss auf Konstruktion, Details, Kosten und CO₂-Fußabdruck hat. In Bereichen wie Schulen oder Gesundheitseinrichtungen legen wir großen Wert auf Wohngesundheit und vermeiden Materialien mit VOC oder toxischen Behandlungen. Wir bevorzugen lokale Materialien, reduzieren so Transportemissionen und unterstützen die regionale Wirtschaft. Ein Material, das 80 Jahre hält, ist nachhaltiger als ein „grünes“, das nur 20 Jahre hält: Langlebigkeit und Verantwortung gehen Hand in Hand.

Wie sehen Sie den Einsatz von Keramik in der nachhaltigen Architektur?
Keramik wird wegen ihrer außergewöhnlichen Langlebigkeit geschätzt: Ob im Innenbereich oder an Fassaden eingesetzt, benötigt sie wenig Wartung und sorgt für eine lange Lebensdauer des Gebäudes. Sie ist hygienisch, ungiftig und leicht zu reinigen – wesentliche Eigenschaften in Schulen, Krankenhäusern und Hotels. Auch wenn ihre Recyclingfähigkeit von lokalen Infrastrukturen abhängt, gleicht die lange Lebensdauer oft das Fehlen eines etablierten End-of-Life-Kreislaufs aus. Wir schätzen die Materialehrlichkeit, wenn Keramik als authentische, taktile und widerstandsfähige Oberfläche eingesetzt wird.

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Martin Murphy

Martin Murphy ist seit 2004 Partner bei Störmer Murphy and Partners. Geboren im Vereinigten Königreich, studierte er in London und Madrid, bevor er 1992 als Architekt nach Deutschland zog. Martin Murphy ist Mitglied des Royal Institute of British Architects (RIBA) und engagiert sich in verschiedenen Beratungsgremien mit Fokus auf Nachhaltigkeit.rnFotograf Christian Schoppe